Alle Datenpannen aus Deutschland, in denen es um Betriebsgeheimnisse geht
08.10.2011
Durch eine Sicherheitslücke waren mehrere Datenbanken des bairischen Webhosters Hetzner öffentlich über das Internet zugänglich. Es handelt sich dabei um die komplette Kundendatenbank sowie um Mail-Korrespondenzen (u. a. mit der Polizei), Kontodaten und Listen mit Passwörtern.
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01.10.2011
Das Cracker-Kollektiv Anonymous hatte bereits Ende August die Server der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) lahm gelegt. Dabei gelangten sie auch an die auf den Servern gespeicherten Daten. Sie hatten mehrere Datenbankkopien angefertigt, welche sie nun veröffentlichten.
Es soll sich unter anderem um Dokumente zu verschiedenen Projekten der GEMA handeln, wie Gulli berichtet.
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18.09.2011
Durch einen Angriff auf Server der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) wurden erneut zahlreiche E-Mails kopiert. Internationalen Medien, darunter dem Spiegel wurden insgesamt 100.000 interne E-Mails aus den letzten drei Monaten zugespielt. Parallel zu dem Angriff auf den Mailsever wurden auch mehrere „Weltnetzseiten“ der Partei lahmgelegt. Möglicherweise steht die Aktion im Zusammenhang mit der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am Sonntag nach dem Angriff.
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10.07.2011
Zur Zeit wird in Berlin eine neue Zentrale für den deutschen Auslandsgeheimdienst BND gebaut. Dem Magazin Focus lagen nun streng vertrauliche Baupläne für das neue Hauptquartier vor. Diese sind bei einer der mit dem Bau beauftragten Firmen abhanden gekommen. Sie enthalten Details über besonders geschützte Bereiche im Inneren der Zentrale, wie die Position von Alarmanlagen, Deckendicke, Notausgänge, Schleusen und Kabelschächte.
Vermutlich sind die Pläne bereits vor über einem Jahr in fremde Hände gelangt. Eigentlich sollten sie nach Abschluß der Arbeiten vernichtet oder an den BND zurückgegeben werden.
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08.07.2011
Eine Gruppe von Crackern hat Daten im Internet veröffentlicht, welche sie von einem Server der Bundeszollverwaltung kopiert hatten. Wie die Bundespolizei bestätigte, handelt es sich dabei um unverschlüsselte Passwörter sowie Software und Protokolldaten für die GPS-Überwachung von Fahrzeugen, welche die Bundespolizei für den Zoll zur Verfügung gestellt hat. Bei den Bewegungsprofilen kann man nur hoffen, dass es sich um einen Feldversuch des Zolls handelt und nicht um die GPS-Daten aus echten Ermittlungsverfahren. Für die Behörde könnte dies äußerst peinlich werden, wenn Rechner mit solchen sensiblen Daten über das Internet erreichbar wären.
Die Cracker sehen ihren Angriff als Protest gegen die Vorratsdatenspeicherung und andere moderne Überwachungstechnologien. – Und in der Tat: Man möchte sich ungern vorstellen, dass es sich um einen Server mit Vorratsdaten (von ihren Verfechtern auch „Mindestdaten“ genannt) handelt.
Nachtrag vom 11.07.2011: Bei den Geodaten handelte es sich einesteils um Testläufe und andernteils um tatsächliche Observationen. Die Bewegungsprofile wurden mittlerweile anschaulich auf einer Karte visualisiert, wobei diese die Bewegungen der einzelnen Observationsziele nicht getrennt darstellt. Außerdem wurden mit diesen Daten die Telefonnummern der GPS-Tracker veröffentlicht. Es handelt sich hier um Wanzen mit SIM-Karte, die ähnlich einem Mobiltelefon funktionieren. Netzpolitik hat einige der Wanzen angerufen und festgestellt dass diese auch nach dem Leck teilweise noch genutzt werden können um die Verdächtigen abzuhören.
Nachtrag vom 09.01.2012: Wie die Hacker in den Server eindringen konnten beschreibt Netzpolitik.org unter dem Titel: Bundespolizei-Beamter überwacht Tochter: Was kann da schiefgehen?
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10.06.2011
Wenn gewählte Volksvertreter im Namen der Bevölkerung Vereinbarungen abschließen, dann sollte man meinen, daß diese Vereinbarungen auch öffentlich bekannt sind. Doch dies ist leider nicht so. Oftmals haben solche Vereinbarungen Verschwiegenheitsklauseln und sind nur für einen bestimmten Personenkreis zuständig. So auch bei den Cross-Border-Leasing-Geschäften des Chemnitzer Klinikums. Die dazugehörige Vereinbarung stand mehrere Stunden auf der Homepage des Rathauses.
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11.02.2011
So jedenfalls reagierte die NPD auf ein kürzlich veröffentlichtes Datenleck. Mehreren Zeitungen wurden von Unbekannten rund 60.000 E-Mails von Funktionsträgern der Partei zugespielt. Die Unbekannten waren zuvor vermutlich in den unzureichend gesicherten Mailserver der rechtsextremen Partei eingedrungen und hatten die Daten kopiert.
Einige der E-Mails wurden von der Tageszeitung veröffentlicht und können auf deren Seite gelesen werden. Neben fremdenfeindlichen Inhalten finden sich auch Rechnungen und Planungen zum Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Dies könnte nun dem Fraktionsvorsitzenden in Sachsen, Holger Apfel, auf die Füße fallen. Aktuell beschäftigt sich die sächsische Landtagsverwaltung mit den E-Mails. Es wird vermutet, dass Apfel, der sich intensiv im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt engagiert, Fraktionsgelder vom sächsischen Landtag für die Parteiarbeit in Sachsen-Anhalt misbraucht haben könnte.
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17.09.2010
Das Schöne an Online-Zeitungen ist ja, dass man nur die Artikel anklickt, für welche man sich tatsächlich interessiert, statt jeden Tag einen fetten Packen Papier im Briefkasten zu haben, von dem man am Ende günstigsten Falls ein Drittel liest. Eine nette Idee ist da die individualisierte Tageszeitung niiu. Online wählt man aus, welche Themen welcher Zeitung man lesen möchte und erhält die Zusammenstellung dann jeden Morgen nach Hause.
Die eigene Printausgabe lässt sich auch online als PDF abrufen. Wie sich herausstellte, können durch URL-Manipulation aber auch die Ausgaben anderer Kunden abgerufen werden. Man erfährt dabei Name und Adresse des Abonnenten, sowie natürlich dessen individuelle Zeitungs- und Themenauswahl. Dabei ist laut Leitmedium auch der Zugriff auf alle bisherigen Ausgaben möglich, vermutlich auch auf solche von ehemaligen Kunden. Niiu äußerte aber in einer Stellungnahme gegenüber Golem, dass es sich bei den betroffenen Kunden nur um jene handelt, die die Option E-Paper ausdrücklich aktiviert hätten.
Ein Ärgernis für die Verleger könnte sein, dass auf diese Weise Bezahlartikel großer (internationaler) Zeitungen ohne Paywall zugänglich sind. Insgesamt können etwa 35000 Printausgaben online abgerufen werden.
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10.07.2010
Wie das Blog Hackerinfo berichtet sind Server der Firma Penny-Markt GmbH frei aus dem Internet erreichbar. Neben Informationen zu Geschäftsabläufen und Planungen sowie Daten zur gesamten IT-Infrastruktur des Unternehmens, fand sich auch eine Liste mit Mitarbeiternamen und deren E-Mail-Adressen. Nach Informationen der REWE-Group, zu welcher Penny gehört, handelt es sich bei dem Server um eine unerlaubte Kopie eines ehemaligen Mitarbeiters in Bulgarien. Solche Vorfälle könnten in einem so großen Unternehmen niemals ausgeschlossen werden.
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10.05.2010
Immer wieder gelangen Kriminelle mühelos an sensible Daten, weil Datenträger unachtsam entsorgt werden. Zumindest einige der ausgedienten Festplatten des Traunsteiner Finanzamtes kaufte zum Glück ein ehrlicher Bauunternehmer. Nach dessen Angaben war sofort nach dem Einbau von zwei Festplatten zu erkennen, dass diese zuvor der Behörde gehörten. Dort hatte man sich offenbar nicht einmal die Mühe gemacht, die Festplatten auf herkömmliche Weise zu löschen, geschweige denn die Daten sicher zu entfernen.
Nachdem der Käufer die beiden Festplatten der Polizei übergeben hatte, besorgte er auf dem gleichen Flohmarkt neue. Auch diese enthielten wieder Daten des Finanzamtes in Traunstein. Da die Behörden verpflichtet sind, solche Daten zu vernichten, ermittelt nun die Polizei.
Auf den Festplatten befanden sich Listen von Steuersündern, Unterlagen über Steuerstrafverfahren, Vollstreckungsbescheide, Übersichten über Steuerbescheide, eine Übersicht über Steuersünder, Unterlagen über die Einnahmen eines Finanzamtes, ein Verzeichnis über die Käufer von rund 500 Waffen, sowie Angaben zu Fehlzeiten von Mitarbeitern und zu einem Disziplinarverfahren.
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