Alle Datenpannen von August 2011 mit dem Suchbegriff »3«
21.08.2011
Hacker hatten eine Sicherheitslücke im Online-Shop des Elektronikmarktes K&M entdeckt. Da die Firma die Probleme nicht behoben hat und damit die Sicherheit der Daten ihrer Kunden gefährdet, entschieden sich die Hacker Druck auf die Firma auszüben. Die Lücke wurde daraufhin ausgenutzt und mehrere Datenbanken kopiert. Die Hacker sind im Besitz der Kundendatenbank des Online-Shops. Diese enthält Namen, Postadressen, E-Mailadressen und unverschlüsselte Passwörter von 840.000 Kunden. Die Hacker betonten, dass sie diese Daten weder veröffentlichen noch verkaufen wollen. Lediglich ein kleiner Ausschnitt wurde als Screenshot veröffentlicht, um die Presse auf den Misstand aufmerksam zu machen.
Die Hacker geben an im Besitz von weiteren 46 Datenbanken zu sein, welche sie von dem Server kopiert haben.
K&M war bereits vorher Ziel von Cracker-Angriffen gewesen. Trotzdem wurde der Webshop immer noch nicht gegen Standardangriffe wie SQL-Injektionen und XSS-Angriffe abgesichert.
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18.08.2011
Wieder entwendeten Kriminelle Daten von einem Webserver der Bay Area Rapid Transit (BART), dem Betreiber des U-Bahnnetzes im Großraum San Francisco. Diesmal galt der Angriff einem Server der Transportpolizei und darf damit wohl im Zusammenhang mit dem vorausgegangenen Cracker-Angriff von Anonymous gesehen werden.
Es wurden Postadressen, E-Mailadressen und Passwörter von 102 Beamten entwendet und im Internet veröffentlicht. Der Server wird im Auftrag von BART durch die Firma InfoQuest betrieben. Das FBI ermittelt in dem Fall.
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15.08.2011
Als ein Mitarbeiter der Transportpolizei von San Franciscos Verkehrsbetrieben (Bay Area Rapid Transit/BART) am Neujahrstag 2009 den am Boden liegenden und gefesselten Oscar Grant niederschoss gab es große Proteste. Am 3. Juli 2011 hatte ein Betrunkener zwei Beamte in einer U-Bahnstation mit einem Messer bedroht. Auch er war daraufhin erschossen worden. Viele Bürger fühlten sich nun an den Vorfall im Jahre 2009 erinnert. Diesmal versuchte BART jegliche Proteste im Vorhinein zu verhindern. Unter anderem schalteten sie dazu das Mobilfunknetz im gesamten U-Bahnbereich ab. Ein BART-Sprecher äußerte dazu:
Die Menschen vergessen, dass US-Regierungsbehörden das Recht haben, Sicherheit der Bürger vor die Meinungsfreiheit zu stellen. Wir haben das Recht, den Zeitpunkt, Ort und die Art und Weise von Redefreiheit zu bestimmen.
Dies wiederum nahmen Mitglieder der Cracker-Gruppe Anonymous zum Anlass ihren Unmut anderweitig zu äußern: Sie griffen einen Server der Online-Plattform der Verkehrsbetriebe an und entwendeten Kundendaten.
Inzwischen wurden 2400 Datensätze der insgesamt 55.000 mybart.org-Kunden im Internet veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und teilweise auch Telefonnummern und Postadressen.
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12.08.2011
Die Daten von 30.264 Online-Abonnenten der Tageszeitung Die Welt wurden bei einem Angriff auf einen Server der Axel Springer AG kopiert. Unter den Daten befinden sich Namen, Kontodaten und Logindaten.
Der Cracker möchte mit der Aktion gegen den Verkauf von Nutzerdaten an Dritte durch die Axel Springer AG demonstrieren. Zum Beweis wurden Auszüge aus den kopierten Daten veröffentlicht
Nachtrag vom 13.08.2011: Die Daten stammen, obwohl es sich bei dem angegriffenen Server um eine Subdomain von welt.de handelt, nicht direkt vom Axel Springer Verlag, sondern von einem Werbepartner mit dem Die Welt bis vor drei Monaten zusammen gearbeitet hat.
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07.08.2011
Der Verein Neusehland bot seit 1999 Berlinern mit sozialen Problemen eine Anlaufstelle. Betroffene konnten sich dort von Sozialarbeitern beraten lassen. 2006 wurde der Verein aufgelöst. Jetzt fanden Bürger die sensiblen Akten im Müll: Detaillierte Berichte zu psychischen und physischen Erkrankungen, über Missbrauch, Verwahrlosung und Betreuungsbedarf. All das verbunden mit Namen und Anschriften der Betroffenen, Lebensläufen, Zeugnissen, Briefen und ärztlichen Befunden.
Der Datenschutzbeauftragte des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes wies darauf hin, dass solche Vereine die Möglichkeit haben, dessen Hilfe bei der Lagerung und Vernichtung von Akten in Anspruch zu nehmen. Der Berliner Rechtsanwalt Raabe äußerte gegenüber der TAZ: Staatlich ausgebildete Sozialarbeiter können bei Verletzung des Privatgeheimnisses mit bis zu einem Jahr Gefängnis betraft werden, wenn sie billigend in Kauf nehmen, dass die Daten an die Öffentlichkeit gelangen. Bei Missbrauch der Daten können die Betroffenen sogar auf Schadensersatz klagen.
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