Alle Datenpannen, in denen es um Persönliche Angaben geht
27.02.2009
Ein Universitätsprofessor aus New Hampshire, der an Peer-to-Peer-Netzwerken forscht, hat mehrere zehntausend frei verfügbare Patientenakten gefunden. Ein paar Klicks in einer P2P-Suchmaschine brachten die Daten zum Vorschein. Sie reichen von AIDS- über Krebspatienten bis hin zu Menschen mit psychischen Leiden.
Unter den Torrent-Dateien fand sich auch eine Datenbank mit insgesamt 20.000 Krankenakten, die vornehmlich aus vier größeren Kliniken stammte. Sie enthielt Namen, Sozialversicherungsnummer, Versicherer und Diagnosen.
Die Daten sind noch immer verfügbar und könnten für medizinischen Betrug oder Identitätsdiebstahl missbraucht werden.
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16.02.2009
Das NDR-Fernsehen hat auf eine Sicherheitslücke des Verlagshauses Madsack hingewiesen. Auf den Internetseiten waren „unter bestimmten Umständen” (Pressemeldung) Zugriff auf die Kundendaten (einschl. Kontoverbindung) mehrerer Abonnenten möglich. Zu Madsack gehören Zeitungen wie „Neue Presse”, „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”, „Leipziger Volkszeitung” und „Göttinger Tageblatt”. Der Datenschutzbeauftragte aus Schleswig-Holstein Dr. Thilo Weichert stuft das Sicherheitsloch als massiv ein.
Nach Aussage der Zeitung wurde die Lücke bereits wieder geschlossen. Ein Mißbrauch soll nicht festgestellt worden sein.
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11.02.2009
Die Zeitung „Computer Bild” hat ein Datenleck publiziert – und zwar lag die Bewerberdatenbank der sechsten Staffel zu „Deutschland sucht den Superstar” offen zugänglich im Netz. Ursache hierfür sei eine SQL-Injektion gewesen. Nach Hinweisen der Zeitung wurde die Lücke verschlossen.
Leider gibt es zu dieser Panne keine weiter Berichterstattung, so daß diese Meldung mit Vorsicht zu genießen ist.
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08.02.2009
Am Sonntag wurde einer Düsseldorfer Lokalzeitung ein USB-Stick zugespielt. Der enthielt Namen, Adressen und Befunde von 1064 Patientinnen, die sich einer Brustoperation unterzogen hatten.
Der Sohn des Finders hatte den USB-Stick angeblich in einem Elektronik-Fachmarkt erworben. Beim Versuch Musikdateien auf den Stick aufzuspielen sei dieser ungewöhnlich schnell voll gewesen. Der betroffene Arzt und sein Mitarbeiter, sowie der Betreiber des Ladens gaben an sich den Vorfall nicht erklären zu können. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft.
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06.02.2009
In der Oberpfalz ist ein sensibles Datenleck entdeckt worden: beim Bildungsträger Kolping waren sensible Daten von ca. 1700 Erwerbslosen im Internet öffentlich abrufbar und änderbar gewesen. Bei den Datensätzen zählten Name, Status (Bezug von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe), Zielberuf, Identifikationsnummer (neudeutsch: Kundennummer) sowie Anmerkungen.
Der Stern veröffentlichte anonymisiert einige dieser abrufbaren Anmerkungen :
- „psychisch nur mäßig belastbar”
- „Bewerbung von Rechtsschreibfehlern überhäuft”
- „einen sehr ungepflegten Eindruck”
- „Familienproblematik”
- „Herzproblem”
- „chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse”
Das Arbeitsamt vermittelt lediglich Fortbildungsmaßnahmen, eben wie an diesen Träger „Kolping Berufshilfe” und erwartet von diesen eine Rückmeldung. Laut einer Sprecherin des Arbeitsamtes werden allerdings nicht solche Informationen erwartet, sondern lediglich eine „Erfolgsbeobachtung über die Teilnehmer”.
Die Ursache des Lecks sei ein „hausinternen Programmierfehler” – was immer man darunter verstehen mag. Die Brisanz des Falles erstreckt sich jedoch nicht nur auf die eigentliche technische Panne, sondern auch auf die Praxis der bei Kolping erfaßten Daten.
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02.02.2009
Wer Kunde beim Internetanbieter 1&1 ist, konnte in den vergangenen Tagen nicht nur den eigenen Einzelverbindungsnachweis ansehen, sondern auch denen anderer Kunden. Möglich wurde dies über eine Manipulation der URL. Entdeckt wurde diese Lücke durch einen Nutzer von tecChannel bereits am 2.2.2009, der Anbieter sperrte zwischenzeitlich den Einzelverbindungsnachweis und hat am 5.2. die Lücke beseitigt. Nach Aussagen des Anbieters wurde diese Lücke jedoch nicht mißbräuchlich genutzt.
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27.01.2009
Einen Telefonanschluss kann man bei der Telekom praktischerweise auch online anmelden. Dazu füllt man ein HTML-Formular aus und schickt es ab. Danach erhält man einen Downloadlink, von dem man alle Daten als PDF herunterladen kann.
„Alle” Daten ist in diesem Fall nicht übertrieben. Der Link enthielt eine Zahl. Wurde diese verringert, so konnten problemlos die Daten anderer Neukunden, so genannter „Rückkehrer”, abgerufen werden.
Die PDFs enthielten alle von den Neukunden gemachten Angaben, also Name, Adresse, bisheriger Telekommunikationsanbieter, sowie öffentliche und nicht öffentliche Telefonnummern.
Der Konzern mit dem magentafarbenen T wurde vom Magazin Stern auf das Leck aufmerksam gemacht und meldete es sofort dem Bundesdatenschutzbeauftragten. Der Fehler wurde noch am Freitag, den 23.Januar behoben. Bis zu diesem Zeitpunkt waren geschätzte 500 bis 1000 Personen betroffen.
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26.01.2009
Auch wenn das amerikanische Milität mittlerweile die Nutzung von tragbaren USB-Sticks untersagt hat, tauchte ein etwa drei Jahre alter USB-Stick auf eBay auf. Ein Neuseeländer ersteigerte ihn für 18 Dollar. Enthalten waren unter anderen Mobilfunknummern von Soldaten, Auflistungen über Materiallieferung sowie ein Missionspapier.
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25.01.2009
Datendiebe haben erneut Zugriff auf die Datenbank von monster.com erlangt und dabei Zugangsdaten, Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie demografische Daten gestohlen. Nicht betroffen sind Bewerbungsunterlagen sowie Sozialversicherungsnummern – so die derzeitige Meldung.
Wie die Datendiebe eindringen konnten und wieviele Daten tatsächlich entwendet haben, ist noch nicht bekannt.
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23.01.2009
geldkarte.de ist eine Plattform der Kreditwirtschaft, auf der die Vorzüge der sogenannten „Geldkarte” Interessenten näher gebracht werden soll. Die Empfängerliste des dortigen Newsletters war eine gewisse Zeit öffentlich zugänglich gewesen – so öffentlich, daß selbst Suchmaschinen diese bereits indiziert hatten. Suchte man beispielsweise nach einem bestimmten Namen, der in dieser Liste enthalten war, wäre man unfreiwillig an diese Empfängerliste geraten.
Zudem waren einige Informationen über das Content-Management-System abrufbar gewesen, u.a. die Liste der Benutzernamen.
Laut Aussage eines Sprechers der Geldkartensysteme habe es sich hierbei allerdings nicht um einen Produktivsystem gehabdelt, sondern war nur ein Archivserver. Die Lücke wurde zudem geschlossen.
Zur Panne gibt es ein kleines Dokumentationsvideo
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