Alle Datenpannen, in denen es um Finanzdaten geht
22.06.2011
Für den Einzug der KFZ-Steuer im Rahmen des elektronischen Lastschriftverfahrens wird der Bank der Name, das KFZ-Kennzeichen und die zu zahlende KFZ-Steuer übermittelt. In Baden-Württemberg hat die Finanzverwaltung unbeabsichtigt weitere Daten wie Steuernummern, Umsatzsteuern sowie Angaben zur Religionszugehörigkeit übermittelt. Der Fehler entstand am 17.06. aller Voraussicht nach in Folge eines Software-Updates. Am 20.06. wurde die Lücke erkannt und geschlossen.
Der Datenschutzbeauftragte des Landes, Jörg Klingbeil, bemängelte den unzureichenden Test:
Vor dem Einsatz neuer Software, auch bei sog. Updates, ist es unerlässlich, diese in jedem Fall gründlich und gewissenhaft zu testen. Die Freigabe neuer Software darf zudem nur im Mehr-Augen-Prinzip erfolgen. Dies gilt ganz besonders im Zusammenhang mit den sensiblen Steuerdaten
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09.06.2011
Die Citibank in Nordamerika wurde zum Ziel von Kriminellen: sie verschafften sich mit Hilfe des Dienstes „Citi Account Online” Zugriff zu den persönlichen Daten hunderttausender Citibank-Kunden. Die Hacker sollen Zugang zu etwa 1% der 21 Mio Kreditkartenkunden erhalten haben. Von den Datensätzen waren Namen, Kontonummern und Mailadressen relevant, jedoch nicht die SV-Nummern, Geburtsdaten und Sicherheitscodes der Kreditkarten. Der Einbruch wurde von citibank selber entdeckt und den Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Nachtrag vom 27.06.2011: Bei dem Diebstahl wurden 360.000 Kundendaten erbeutet. Die Cracker sollen sich durch simple URL-Manipulationen Zugang zu den Daten verschafft haben. Von 3.400 Konten hoben die Kriminellen insgesamt 2,7 Millionen Dollar ab (rund 800 Dollar pro Konto). Die Citibank kündigte an den Schaden zu ersetzen.
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27.05.2011
Für Datenpannen braucht man nicht zwangsweise Computer und Netzwerke, es reicht auch Papier zu. Im Rahmen der Volksbefragung Zensus 2011 werden viele Fragebögen auf Papier ausgefüllt. Eine von der Kommune bestellte Befragerin steckte versehentlich anstelle eines Blanko-Formmulars ein bereits ausgefülltes Formular einer anderen Befragten in einem Briefkasten. Neben den ausgefüllten Daten war noch die Zuordnung zur Person vorhanden gewesen.
Aufgefallen war diese Panne zum einen durch die erneute Befragung der Person, zum anderen auch eine Meldung des Empfängers bei der Befragten.
Auch wenn solche Pannen (hoffentlich) nur Einzelfälle sind und i.d.R. auf menschliche Fehler basieren. Für die Betroffenen können die Auswirkungen im Einzelfall sehr empfindlich sein.
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21.05.2011
So-Net ist ein japanischer Internetprovider. Es handelt sich dabei um ein Tochterunternehmen von Sony. Kriminellen gelang es das Bonussystem des Providers zu hacken und auf diese Weise Punkte im Wert von 100.000 Yen (860 Euro) zu erbeuten.
Sony ist zur Zeit von einer Welle von Angriffen betroffen, welche das unzureichende Investment in die Sicherheit von Webportalen dokumentieren.
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20.05.2011
Betrüger drangen in einen thailändischen Server von Sony (habehdworld.sony.co.th) ein und installierten dort eine Phishing-Seite. Wie die Internet-Security-Firma F-Secure herausfand wurden darüber Kreditkartendaten italienischer Sony-Kunden abgegriffen. F-Secure sperrte die Webseite für seine Kunden, was in einigen Medien fälschlicherweise so interpretiert wurde, dass die Seite generell gesperrt ist.
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27.04.2011
Der Elektronikkonzern verkauft mittlerweile nicht nur Hardware wie bspw. die Spielekonsolen, sondern bietet ebenso Online-Dienste an. In erster Linie können darüber die Kunden spielen, aber auch chatten oder das gemeinsame Ansehen von Filmen ist möglich. Viele neuere Spiele sind für das gemeinsame Spielen bereits ausgelegt. Zudem vertreibt Sony unter dem Namen Qriocity Musik und Videos. Und zu all diesen Nutzern gibt es natürlich auch Datensätze, eben zum Beispiel für Abrechungszwecke.
Unbekannte haben im Zeitraum zwischen 17. und 19. April Datensätze von über 100 Millionen Kunden erspäht. Darunter zählen bspw. Name, Anschrift, E-Mail-Adressen und Geburtsdatum. Unklar ist noch, ob auch Login, Kennwörter und die Liste der Käufe betroffen sind. Ausschließen will dies Sony jedenfalls derzeit nicht.
(Nach dem Satire-Magazin Titanic soll ein kleingewachsenen, dicklichen Klempner mit dunklem Schnauzbart, vermutlich italienischer Herkunft die Daten gestohlen haben)
Nachtrag vom 05.07.2011: Mittlerweile ist klar, dass auch 12 Mio. Kreditkartendaten erbeutet wurden. Von einem Missbrauch dieser Daten ist bisher nichts bekannt.
Sony-Chef Stringer hatte bereits vor dem Angriff in einem Interview geäußert, dass es in dieser „schlechten neuen Welt“ kaum möglich sei Daten vor Kriminellen effektiv zu schützen. Die japanische Regierung verbot mitte Mai sogar zeitweise den Neustart des PlayStation Network wegen zu hoher Sicherheitsrisiken. Der Chef des PlayStation Networks, Kazuo Hirai, wurde nach weiteren Sicherheitsproblemen beim Neustart des Netzwerkes ersetzt – und in den Aufsichtsrat befördert.
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30.03.2011
Vor ca. einem Jahr hat das Öl der Bohrplattform „Deepwater Horizon” den Golf von Mexico sowie angrenzende Küsten verseucht. Daraufhin haben viele Betroffenen Schadensersatzansprüche seitens BP gestellt. Nun wurde bei BP der Rechner einer Mitarbeiterin als verloren gemeldet worden. Auf diesem Rechner befanden sich Datensätze von ca. 13.000 Geschädigten unverschlüsselt in einer Tabelle. Neben Namen und Anschrift war auch die Sozialversicherungsnummer enthalten gewesen.
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11.02.2011
So jedenfalls reagierte die NPD auf ein kürzlich veröffentlichtes Datenleck. Mehreren Zeitungen wurden von Unbekannten rund 60.000 E-Mails von Funktionsträgern der Partei zugespielt. Die Unbekannten waren zuvor vermutlich in den unzureichend gesicherten Mailserver der rechtsextremen Partei eingedrungen und hatten die Daten kopiert.
Einige der E-Mails wurden von der Tageszeitung veröffentlicht und können auf deren Seite gelesen werden. Neben fremdenfeindlichen Inhalten finden sich auch Rechnungen und Planungen zum Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Dies könnte nun dem Fraktionsvorsitzenden in Sachsen, Holger Apfel, auf die Füße fallen. Aktuell beschäftigt sich die sächsische Landtagsverwaltung mit den E-Mails. Es wird vermutet, dass Apfel, der sich intensiv im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt engagiert, Fraktionsgelder vom sächsischen Landtag für die Parteiarbeit in Sachsen-Anhalt misbraucht haben könnte.
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22.01.2011
Das Datenleck bei der Bank Austria ist noch nicht ganz vergessen, da legt die BKS (Bank für Kärnten und Steiermark) nach: Die Antwort auf eine Kunden-E-mail garnierte ein Grazer Filialmitarbeiter mit einem brisanten Anhang. Der enthielt Namen, Kontonummern und Schuldenstände von insgesamt 150 Schuldnern der Bank.
Der Bankvorstand äußerte sich laut Krone-Zeitung schockiert. Bleibt abzuwarten, wie die Bank reagiert: Wird der verantwortliche Mitarbeiter einfach entlassen oder werden effektive Maßnahmen ergriffen?
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20.01.2011
In Zschopau bei Chemnitz wurden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aufgefordert, wegen der klammen Kommunalkassen, auf einen Teil ihres Gehalts „freiwillig“ zu verzichten. 38 Mitarbeiter hatten dieser Vereinbarung nicht zugestimmt. Der Oberbürgermeister hatte darüber bei der Personalabteilung Aufklärung verlangt. Die kam auch, per E-Mail. Aber nicht nur an den Oberbürgermeister, sondern versehentlich (so der OB) an alle Mitarbeiter. Im Anhang befand sich eine Auflistung der Gehälter aller 38 Angestellten. Ein Mitarbeiter leitete die E-Mail gleich an die Presse weiter.
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