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die chronik der datenpannen

Alle Datenpannen, in denen es um Staatsgeheimnisse geht

Häftlingsdaten an Häftling verkauft

18.05.2008

In der Justizanstalt Graz-Karlau hat ein Gefängniswärter im Jahr 2005 persönliche Daten über 8.500 Häftlinge (das Justizministerium ist der Ansicht, daß es nur 800 waren) entwendet und an zwei Gefangene verkauft. Einer der beiden hat diese Datensammlung direkt an das Ministerium geschickt. Bei den Daten handelt es sich um Namen, Foto, Delikte, Vorstrafen, Namen der Eltern sowie Bekenntnisse zu Religionen.

Als Konsequenz wurde der Wärter entlassen und alle drei Beteiligten angeklagt. Die Betroffenen wurden über die Panne zunächst nicht informiert. Unter einer neuen Regierung sollte dieses Defizit ausgebügelt werden.

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Bilanz: Verluste von Speichermedien beim Bund

16.04.2008

Auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der FDP-Fraktion im Bundestag zu Computerverlusten bei Bundesbehörden antwortete die Bundesregierung:

Eine zentrale Statistik der Computer- und Datenträgerverluste der Bundesbehörden wird nicht geführt. Soweit in der Kürze der Zeit ermittelbar, sind in den Jahren 2005 bis 2007 in deutschen Bundesbehörden rd. 189 stationäre Personalcomputer, rd. 326 tragbare Computer (Notebooks), rd. 38 Memorysticks, CDs und DVDs sowie rd. 271 Mobilfunktelefone und Taschencomputer (Handheld-Organizer) gestohlen worden, abhanden gekommen bzw. unauffindbar. […] Bei rd. 60 Prozent der in Absatz 1 genannten Fälle (ohne Mobilfunktelefone und Taschencomputer) wurden Disziplinarermittlungen durchgeführt und/oder strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.

Bei den verlorengegangenen Daten handelte es sich laut Bundesregierung meist um öffentliche Daten.

Ein gestohlener Laptop des Bundesamtes für den Zivildienst enthielt auf der verschlüsselten Festplatte bis zu 1200
Adressdaten von Zivildienstleistenden einer Betreuungsregion. In einem weiteren Fall befanden sich auf einem USB-Stick des Statistischen Bundesamtes anonymisierte Veranlagungsdaten der Einkommenssteuer von 2001. In 5 Fällen enthielten Datenträger des Bundesministeriums der Verteidigung Informationen der Einstufung VS-VERTRAULICH und höher. In diesem Zusammenhang wird derzeit ermittelt. In wenigstens einem Fall waren auch personenbezogene Informationen betroffen.

Der Wert der gestohlenen Geräte wurde mit insgesamt rund 540000 Euro beziffert. Der Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten sagte der Bild-Zeitung:

Die Vorfälle zeigen, wie wichtig eine Meldepflicht für solche Datenverluste ist, damit wir ermitteln können.

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Streng vertraulich: Wenn gefunden, bitte zurückgeben!

29.02.2008

Da beliebt jemand zu scherzen. – Das jedenfalls dachte ein Techniker eines britischen PC-Händlers. Ein Kunde hatte ein Notebook bei eBay ersteigert und dieses in dem Laden zur Reparatur gebracht. Der Fehler war schnell gefunden: Zwischen Mainboard und optischem Laufwerk hatte sich eine CD verklemmt, mit der Aufschrift: Innenministerium, streng vertraulich: Wenn gefunden, bitte zurückgeben!

Schließlich rief der Techniker die Polizei an, die ironischerweise gleich mit einem Terroreinsatzkommando anrückte um die CD abzuholen.

Wie Gulli berichtet

seien Polizeisprechern zufolge sowohl die CD als auch die Festplatte des Laptops verschlüsselt gewesen. Wenn jetzt noch die Beamten im Innenministerium lernen, wo genau eine CD in einen Rechner gesteckt werden kann, dürfte fast nichts mehr schiefgehen.

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CD im Schreibtisch

20.02.2008

Die holländische Polizei hat im Januar 2007 den britischen Behörden eine CD mit 2000 DNA-Profilen zum Abgleich mit der britischen DNA-Datenbank. Dort blieb die Scheibe über ein Jahr unbemerkt im Schreibtisch eines Beamten, der sich krank gemeldet hatte. Im Februar wurde diese wieder ausgegraben, es stellten sich 15 Tatverdächtige heraus, die nicht mehr auffindbar waren.

Bei dieser Datenpanne sind keine vertraulichen Daten verloren gegangen, da der Datenträger trotzdem gefunden wurde. Vermißt wurde er scheinbar innerhalb eines Jahres nicht. Und ein Schreibtisch ist für so eine brisante Scheibe auch kein angemessener Platz zur Aufbewahrung.

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Analyse zur Ermordung des srilankischen Außenministers

04.01.2008

Eine Analyse zur Ermordung des srilankischen Außenministers und Daten über die in Afghanistan stationierten ISAF-Truppen enthielt ein USB-Stick, der in einer Stockholmer Bibliothek gefunden wurde. Wer den Stick stecken ließ ist nicht bekannt. Vermutlich ist er aber dem schwedischen Militär zuzurechnen.

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Tschechische Agenten enttarnt

08.10.2007

Die Wirtschaftsabteilung des tschechischen Geheimdienstes BIS beklagt den Verlust zahlreicher Dokumente. Diese sind mittlerweile an anderer Stelle wieder aufgetaucht. Die Dokumente enthielten auch Kodenamen von Ermittlern.

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Fahndungsdetails im Kundennewsletter

10.09.2007

Das BKA ermittelte gegen die Verursacher von Brandanschlägen wegen Terrorismusverdacht. Da vermutet wurde, dass die Täter Mietfahrzeuge benutzten, wurden mehrere Autovermietungen, die unter dem Dach der CCUniRent zusammen arbeiten, um Mithilfe bei der Fahndung gebeten. Einer der Autovermieter versendete das BKA-Schreiben jedoch über seinen Kunden-E-Mailverteiler weiter.

Wie die TAZ schreibt wurde durch die Veröffentlichung des vertraulichen Schreibens bekannt, dass das BKA die Autovermieter bat, die Daten sämtlicher Kunden zu übermitteln, die an einem bestimmten Tag ein Auto gemietet hatten. Sollten die Autovermieter dieser (nicht richterlichen) Aufforderung nachgekommen sein, wäre dies gleich noch ein zweites Datenleck, welches den ein oder anderen Fahrzeugmieter in eine unangenehme Situation bringen könnte.

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Friedrichshafen: Terrorverdächtige im Presseverteiler

07.09.2007

Als zahlreiche Journalisten die Rundmail der Friedrichshafener Polizei erhielten, dürften sie überrascht gewesen sein: Anstelle einer Erfolgsmeldung oder einer Zeugensuche fanden sie detaillierte Angaben über Personen, die des Terrorismus verdächtigt wurden. Da einige Angaben auch in Zeitungen veröffentlicht wurden, dürfte dies nicht nur ein herber Rückschlag für die polizeilichen Ermittlungen, sondern auch für die möglicherweise unschuldigen Verdächtigen sein, deren Namen nun unmittelbar mit dem Terrorismusvorwurf verbunden sind.

Die Rundmail enthielt auch Angaben zu anderen Themen, so zu Ermittlungen im Drogenbereich, eine Liste möglicher terroristischer Anschlagsziele und Planungen im Personenschutz:

Unter dem Geheim-Siegel „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ werden detailliert die Sicherheitsmaßnahmen für den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Öttinger für eine Dienstreise aufgeführt: Es werden Flugnummern genannt, wer den Minister wann wo bewacht und in welchem Auto der Politiker unterwegs ist. (Spiegel)

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Ermittlungsserver gestohlen

14.08.2007

Die Firma Forensic Telecommunication Services (FTS) unterstützt die britischen Polizeibehörde bei Beweissicherungsaufträgen seit sechs Jahren. In dieser Firma wurde Anfang August 2007 eingebrochen und ein Rechner mit Ermittlungsdaten entwendet. Auf dem Server waren Informationen zu Telefonaten und Bewegungsprofile der Mobiltelefone enthalten, die bei Gerichtsprozessen Verwendung finden. Laut Aussage des FTS sollen keine laufenden Verfahren dabei sein, wie auch immer: Scotland Yards Anti-Terrorismus-Kommando SO15 macht sich auf die Suche.

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Militärdatenträger auf dem Markt in Bagram

25.04.2006

In der Nähe eines US-Stützpunktes in Afghanistan wurden Datenträger auf einem Basar angeboten, welche offensichtlich aus der Kaserne entwendet wurden. Die Datenträger enthielten unter anderem Informationen zum Umgang mit wiederspenstigen Gefangenen und Anleitungen für Verhöre. Es scheint nicht übertrieben zu sein, wenn man dabei von Folteranleitungen spricht.

Eine Anleitung auf einem der Laufwerke beschreibt Verfahrensweisen für Verhöre und zur Kontrolle von Häftlingen durch Quetschen und Drücken von Nerven und Druckpunkten in deren Gesicht, Nacken, Armen oder Beinen.

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